Spontanes Ensembletreffen zum Jahresauftakt

Am Dienstag, den 20. Januar, hat der Vorstand des gemeinnützigen Vereins „Eintopf“ alle Bühnenakteur:innen des Eintopftheaters aus den vergangenen Jahren spontan zu einem Jahresauftakttreffen eingeladen. Rund die Hälfte der Beteiligten konnte es einrichten, sodass etwa zwanzig Personen bei Kaffee und Kuchen, Kaltgetränken und Knabbereien in der B-Side zusammenkamen und die Gelegenheit nutzten, gemeinsam zurückzublicken, sich auszutauschen und den Gewinn des Antistigma-Preises der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde zu feiern.

Verena und Yvonne nutzten den Anlass, um die Arbeit und das besondere Engagement der Spieler:innen mit kleinen Präsenten zu würdigen – und einen besonderen Blick auf die Produktion Nie wieder. Vor allem auch nicht mit uns aus dem vergangenen Jahr zu richten, die unter anderem zum inklusiven Theatertreffen „HuckePack 2.0“ in Kevelaer eingeladen war.

André, seines Zeichens der Erfinder des Eintopftheaters, betonte, wie stolz er darauf ist, was aus Eintopf geworden ist. Dass heute nicht mehr „nur“ Theater gemacht wird, sondern mit Verena und Yvonne zwei Fachfrauen gewonnen werden konnten, die den Verein als Vorständinnen tragen und zugleich den Bereich BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) in die Arbeit einbringen.

Gemeinsam mit Frank gab André außerdem einen Ausblick auf das kommende Jahr: Wie soll 2026 gearbeitet werden? Wann ist mit einer Zu- oder Absage von Seiten potentieller Förderstellen zu rechnen? Wird es tatsächlich nicht mehr nur ein Projekt, sondern vielleicht zwei geben? Für wann ist die Premiere geplant und wann starten die Proben? Inwiefern stehen personelle Ressourcen zur Verfügung, um Anfragen bezüglich Wiederaufnahme vergangener Produktionen zu entsprechen (unter anderem nach Barcelona)? Und selbstverständlich spielte auch die Frage nach neuen Arbeits- und Probenräumen eine große Rolle.

Ein Treffen, das Lust auf das kommende Jahr gemacht hat – und gezeigt hat, wie viel gemeinsames Potenzial im Eintopftheater steckt. Besonders schön war, die vielen bekannten Gesichter aus den vergangenen Produktionen wiederzusehen – Spieler:innen, die das Eintopftheater über die Jahre geprägt und immer wieder neu belebt haben. Danke dafür : )

Eintopf sortiert sich – ein paar Worte zu unserem Supervisionsprozess

Im Herbst 2025 haben die vier Macher:innen des gemeinnützigen Vereins „Eintopf“ – die Vorständinnen Yvonne und Verena sowie die beiden Leiter der Theaterprojekte Frank und André, – einen Supervisionsprozess initiiert. Anlass war nach fünf intensiven Jahren der Aufbauarbeit der Wunsch, gemeinsam innezuhalten und sich über Rollen, Aufgaben sowie die erforderliche zukünftige Form der Zusammenarbeit klarer zu werden.

Begleitet und moderiert wurde der gesamte Prozess von Supervisorin Tine Bargstedt der Projektschneiderei Hamburg. In mehreren Sitzungen zwischen Oktober und Dezember wurde zunächst getrennt gearbeitet – sowohl die Vorständinnen als auch die Projektleiter unter sich –, bevor am 9. Januar die Ergebnisse in einer gemeinsamen Sitzung zusammengeführt und besprochen wurden.

Im Mittelpunkt standen hierbei ein detaillierter Blick auf das, was in den vergangenen Jahren gewachsen ist, sowie die Frage, ob und wie diese Basis tragfähig weiterentwickelt werden soll. Zentrale Themen waren: Verständigung untereinander, Transparenz sowie das gemeinsame Entwickeln von Perspektiven mit dem Ziel, Verantwortung klarer zu verteilen, die Zusammenarbeit zu stärken und die beiden Sparten des Vereins, des Eintopftheaters und des Bereichs BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) gut aufeinander abzustimmen. Dazu gehört im ersten Schritt vor allem auch, dass wir euch in den kommenden Monaten mal vorstellen, was BNE eigentlich ist und was wir hier so machen.

Wir suchen neue Räume!

Es ist soweit! In wenigen Wochen wird unser künstlerisches Zuhause – Haus 26 auf dem Gelände der LWL-Klinik Münster – geschlossen. Hier haben wir in den vergangenen fünf Jahren geprobt und unsere Stücke zur Aufführung gebracht, zudem gab es im Erdgeschoss ein kleines Büro, in dem wir unsere Ideen entwickeln, Konzepte schreiben oder einfach nur beisammen sitzen konnten.

Aus diesem Grund sind wir ab sofort auf der Suche nach neuen Räumen in und um Münster, damit wir unsere Arbeit fortsetzen können. Wichtig ist uns vor allem, dass unsere neue Bleibe öffentlich gut zu erreichen und barrierefrei zugänglich ist. Sie muss nicht perfekt renoviert oder in einwandfreiem Zustand sein – wichtig ist vielmehr, dass sie so beschaffen ist, dass wir mit ein paar Handgriffen ein neues Zuhause für unsere Teilnehmer:innen einrichten können.

In diesem Sinne unsere Bitte an euch: Wenn ihr eine Idee habt, wo wir unterkommen könnten – sei es ein leerstehender Raum, ein ehemaliges Ladenlokal, ein Proberaum oder ein Ort, den man vielleicht erst auf den zweiten Blick als Theaterraum erkennt –, oder wenn ihr jemanden kennt, der uns weiterhelfen könnte, meldet euch gern bei uns. Jede Spur, jeder Hinweis kann helfen. So kann das Eintopftheater auch künftig ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Kunst bleiben.

Eintopf gewinnt Antistigma-Preis

Wir freuen uns über den Gewinn des Ulrike-Fritze-Lindenthal-Antistigma-Preises der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), die größte deutsche medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit.


Vertreter:innen der LWL-Klinik Münster und des Eintopftheaters bei der Preisverleihung am 26.11.2025 im CityCube Berlin. Von links nach rechts: Jörg Norden (Oberarzt), Dorothee Pott (Oberärztin), André Voss (Projektleiter), Frank Röpke-Kolar (Projektleiter), Dorothea Sauter (Leitung Pflegeentwicklung, Präsidentin DFPP), Patricia Ohrmann (Ärztliche Direktorin), Verena Meyer (Vorständin des gemeinnützigen Vereins „Eintopf“), Yvonne Elling (ebenfalls Vorständin des Vereins „Eintopf“). Fotorechte: DGPPN, Claudia Burger.

In der Laudatio heißt es unter anderem:

„Im Theaterprojekt wird deutlich, welche Kraft entsteht, wenn Kunst und Inklusion sich verbinden. Dieses Projekt leistet einen spürbaren Beitrag zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Mit politischem Mut, hoher Aktualität der Inszenierungen und fest verankerter regionaler Verwurzelung schafft das Eintopftheater einen Raum, in dem Menschen unterschiedlichster Hintergründe gemeinsam gestalten und berühren.“ 

(Die gesamte Laudatio gibt es unter https://www.dgppn.de/preise/ulrike-fritze-lindenthal-antistigma-preis.html.)

Wir danken allen Theaterkolleg:innen und Bühnenakteur:innen, die uns in den vergangenen Jahren das Vertrauen geschenkt und an unseren Projekten mitgewirkt haben, der LWL-Klinik Münster für Infrastruktur (Büro-, Proben und Aufführungsräume) und Pressearbeit, unseren Förderern (insbesondere Soziokultur NRW und Diversitätsfonds NRW) sowie allen Kolleg:innen, die sich mit uns im Kultur-Inklusive-Netzwerk Münster organisieren.

„Erst sind wir dran, und dann irgendwann ihr.“

Im Rahmen eines Berichts im Kevelaerer Tagblatt über das gesamte Huckepack-Festival ging Autor Alexander Florié-Albrecht explizit auch auf „Nie wieder. Vor allem auch nicht mit uns“ ein. Er sah eine „gesellschaftspolitische Note“, die das Eintopftheater mit dem Stück gesetzt hätte.

„Dem Ensemble gelang durch die Darbietung der möglichen ‚Betroffenen“ eine machtvolle, auch humorvoll-spielerische, dabei aber auch sehr unmittelbare, erschreckende und konfrontative Inszenierung – mit drei Personen als Hitler, einem ‚Euthanasie-Mambo‘ und der Botschaft: ‚Erst sind wir dran, und dann irgendwann ihr.'“

Des weiteren wird André zitiert, der sich „von der Grundidee des Festivals begeistert“ zeigt. Genauso wie übrigens alle unsere Darstellenden, die den viertägigen Trip an den Niederrhein sehr genossen haben und vor allem über die warme Atmosphäre, das herzliche Miteinander aller Anwesenden sowie die tolle Organisation durch die Theaterwerkstatt Haus Freudenberg in Kleve schwärmen.

Volle Herzen und eine Urkunde

Liebes Huckepack-Team, liebes kevelaer’sches Publikum, liebe Akteur:innen aus den anderen Ensembles, was für ein Wochenende, danke für die tolle Möglichkeit, gestern Abend bei und vor euch auf einer großen Bühne spielen zu dürfen, unsere Herzen sind voll, viele Grüße, dein Münster ❤️

Das Eintopftheater in Berlin und in Kevelaer

Große Überraschung am Alexanderplatz in Berlin: Wir steigen aus der U-Bahn aus und laufen unserem eigenen Aufkleber in die Arme. Wie er dort hingeraten ist – Hand aufs Herz – wir wissen es nicht! Zumal wir am kommenden Wochenende nicht in der Hauptstadt, sondern im niederrheinischen Kevelaer beim Huckepack-Festival auf der Bühne stehen.

Wie uns von Seiten der Festival-Leitung zugetragen wurde, ist der Saal des Konzert- und Bühnenhauses mit 250 Zuschauer:innen bereits gut gefüllt, aber ein paar Karten gibt es noch. Wer dabei sein möchte, aber noch nicht weiß, wie er hinkommen soll: Schreibt uns! Denn ein paar Eintopf-Anhänger haben sich bereits zusammengefunden und gemeinsam ein Auto gechartert – vielleicht kann man sich hier noch dranhängen? Oder zumindest im Konvoi fahren.

Infos zum Festival und den neben uns auftretenden Ensembles findet ihr in den Niederrheiner Nachrichten. Und falls am Kapellenplatz in der Innenstadt von Kevelaer ebenfalls bereits einer unserer Sticker geklebt wurde – ihr erfahrt es als erste hier auf unserer Homepage ; )

„Schauspielerischer Elan und aussagekräftige Bilder“ (WN/MZ)

Das inklusive Ensemble des Eintopftheaters stellt sich in „Nie wieder. Vor allem auch nicht mit uns!“ die Frage, was mit mit den einzelnen Mitgliedern „passieren würde, wenn in Deutschland wieder eine rechtsextreme Regierung an die Macht käme“, schreibt Helmut Jasny unter dem Titel Angst vor rechtsextremen Fantasien“ in den Westfälischen Nachrichten bzw. in der Münsterischen Zeitung über unsere Premiere am vergangenen Donnerstag (11.9.).

„Es beginnt mit Hitlers Gesetz zur ‚Vernichtung lebensunwerten Lebens‘, das zu massenhaften Deportationen in Kliniken führte. Gezeigt werden die Reaktionen von Ärzten und Patienten und der Widerstand gegen den unmenschlichen Erlass durch die münsterische Ordensschwester Laudeberta und den Kardinal von Galen. Dabei spielt das Ensemble die historischen Geschehnisse nicht einfach nach“, sondern es wird beispielsweise auch darüber diskutiert, „wie man einzelne Szenen gestaltet und was man dem Publikum zumuten kann.

Dieses Spiel im Spiel verknüpft Fiktion und Realität und sorgt so für kritische Distanz. Zudem ebnet es den Boden für den zweiten Teil der Aufführung, in dem es um die Darstellerinnen und Darsteller selbst geht – also um ihre eigenen Gefühle und Ängste als potenziell Betroffene neuerlicher Euthanasie-Fantasien. Und hier beeindruckt das Ensemble mit schauspielerischem Elan, originellen Regie-Einfällen und aussagekräftigen Bildern (Projektleitung: André Voss und Frank Röpke-Kolar, Sprech- und Chortrainerin Sarah Giese).“


Infos zu den Kundgebungen am 13.9. findet ihr beim Münsteraner Bündnis „Keinen Meter den Nazis“