„Das schönste Kellerloch der Welt“

Im Keller von Haus 17 auf dem LWL-Klinikgelände hat das Eintopftheater einen weiteren Psychiatrie-Schatz gefunden: Unter dichten Spinnweben, mit viel Glitzer und Staub bedeckt lag der seit vielen Jahren ungenutzte Raum „007“ verborgen – ein ehemaliger sozialer Treffpunkt des Wohnverbunds.

Timo Siebert, kaufmännische Direktor der LWL-Klinik Münster, gab den Raum frei, das Team Technik der Klinik half bei der Entrümpelung und schraubte neue Leuchten unter die Decke – und gemeinsam mit unserem Ensemble haben wir alle Couches von unserer Theaterstation in Haus 26 gerettet und uns einen Kaffee gekocht… Fertig ist das neue Basiscamp! Damit ist unser Ensemble ins wohl „schönste Kellerloch der Welt“ (Zitat Edith) gezogen und flutet den Raum jetzt mit Gesellschaftsspielen, Topfpflanzen und ersten Gedanken zum neuen Theaterprojekt in 2026.


Symbolbild, von uns persönlich auf die Schnelle KI-generiert

Spontanes Ensembletreffen zum Jahresauftakt

Am Dienstag, den 20. Januar, hat der Vorstand des gemeinnützigen Vereins „Eintopf“ alle Bühnenakteur:innen des Eintopftheaters aus den vergangenen Jahren spontan zu einem Jahresauftakttreffen eingeladen. Rund die Hälfte der Beteiligten konnte es einrichten, sodass etwa zwanzig Personen bei Kaffee und Kuchen, Kaltgetränken und Knabbereien in der B-Side zusammenkamen und die Gelegenheit nutzten, gemeinsam zurückzublicken, sich auszutauschen und den Gewinn des Antistigma-Preises der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde zu feiern.

Eintopf sortiert sich – ein paar Worte zu unserem Supervisionsprozess

Im Herbst 2025 haben die vier Macher:innen von Eintopf einen Supervisionsprozess initiiert. Anlass war der Wunsch, nach fünf intensiven Jahren gemeinsam innezuhalten und sich über Rollen, Aufgaben sowie die erforderliche zukünftige Form der Zusammenarbeit klarer zu werden.

Begleitet und moderiert wurde der gesamte Prozess von Supervisorin Tine Bargstedt der Projektschneiderei Hamburg. In mehreren Sitzungen zwischen Oktober und Dezember wurde zunächst getrennt gearbeitet – sowohl die Vorständinnen als auch die Projektleiter unter sich – bevor Anfang Januar die Ergebnisse in einer gemeinsamen Sitzung zusammengeführt und besprochen wurden.

Wir suchen neue Räume!

Es ist soweit! In wenigen Wochen wird unser künstlerisches Zuhause – Haus 26 auf dem Gelände der LWL-Klinik Münster – geschlossen. Hier haben wir in den vergangenen fünf Jahren geprobt und unsere Stücke zur Aufführung gebracht, zudem gab es im Erdgeschoss ein kleines Büro, in dem wir unsere Ideen entwickeln und Konzepte schreiben konnten.

Das heißt: Ab sofort sind wir auf der Suche nach neuen Räumen in und um Münster, damit wir unsere Arbeit fortsetzen können. Wichtig ist uns vor allem, dass unsere neue Bleibe öffentlich gut zu erreichen und barrierefrei zugänglich ist. Sie muss nicht perfekt renoviert oder in einwandfreiem Zustand sein – wichtig ist vielmehr, dass sie so beschaffen ist, dass wir mit ein paar Handgriffen ein neues Zuhause für unsere Teilnehmer:innen einrichten können.

In diesem Sinne unsere Bitte an euch: Wenn ihr eine Idee habt, wo wir unterkommen könnten – sei es ein leerstehender Raum, ein ehemaliges Ladenlokal, ein Probenraum oder ein Ort, den man vielleicht erst auf den zweiten Blick als Theaterraum erkennt – meldet euch bei uns. Danke : )

Eintopf gewinnt Antistigma-Preis

Wir freuen uns über den Gewinn des Ulrike-Fritze-Lindenthal-Antistigma-Preises der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), die größte deutsche medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit.


Vertreter:innen der LWL-Klinik Münster und des Eintopftheaters bei der Preisverleihung am 26.11.2025 im CityCube Berlin. Von links nach rechts: Jörg Norden (Oberarzt), Dorothee Pott (Oberärztin), André Voss (Projektleiter), Frank Röpke-Kolar (Projektleiter), Dorothea Sauter (Leitung Pflegeentwicklung, Präsidentin DFPP), Patricia Ohrmann (Ärztliche Direktorin), Verena Meyer (Vorständin des gemeinnützigen Vereins „Eintopf“), Yvonne Elling (ebenfalls Vorständin des Vereins „Eintopf“). Fotorechte: DGPPN, Claudia Burger.

In der Laudatio heißt es unter anderem:

„Im Theaterprojekt wird deutlich, welche Kraft entsteht, wenn Kunst und Inklusion sich verbinden. Dieses Projekt leistet einen spürbaren Beitrag zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Mit politischem Mut, hoher Aktualität der Inszenierungen und fest verankerter regionaler Verwurzelung schafft das Eintopftheater einen Raum, in dem Menschen unterschiedlichster Hintergründe gemeinsam gestalten und berühren.“ 

(Die gesamte Laudatio gibt es unter https://www.dgppn.de/preise/ulrike-fritze-lindenthal-antistigma-preis.html.)

Wir danken allen Theaterkolleg:innen und Bühnenakteur:innen, die uns in den vergangenen Jahren das Vertrauen geschenkt und an unseren Projekten mitgewirkt haben, der LWL-Klinik Münster für Infrastruktur (Büro-, Proben und Aufführungsräume) und Pressearbeit, unseren Förderern (insbesondere Soziokultur NRW und Diversitätsfonds NRW) sowie allen Kolleg:innen, die sich mit uns im Kultur-Inklusive-Netzwerk Münster organisieren.

„Erst sind wir dran, und dann irgendwann ihr.“

Im Rahmen eines Berichts im Kevelaerer Tagblatt über das gesamte Huckepack-Festival ging Autor Alexander Florié-Albrecht explizit auch auf „Nie wieder. Vor allem auch nicht mit uns“ ein. Er sah eine „gesellschaftspolitische Note“, die das Eintopftheater mit dem Stück gesetzt hätte.

„Dem Ensemble gelang durch die Darbietung der möglichen ‚Betroffenen“ eine machtvolle, auch humorvoll-spielerische, dabei aber auch sehr unmittelbare, erschreckende und konfrontative Inszenierung – mit drei Personen als Hitler, einem ‚Euthanasie-Mambo‘ und der Botschaft: ‚Erst sind wir dran, und dann irgendwann ihr.'“

Des weiteren wird André zitiert, der sich „von der Grundidee des Festivals begeistert“ zeigt. Genauso wie übrigens alle unsere Darstellenden, die den viertägigen Trip an den Niederrhein sehr genossen haben und vor allem über die warme Atmosphäre, das herzliche Miteinander aller Anwesenden sowie die tolle Organisation durch die Theaterwerkstatt Haus Freudenberg in Kleve schwärmen.

Volle Herzen und eine Urkunde

Liebes Huckepack-Team, liebes kevelaer’sches Publikum, liebe Akteur:innen aus den anderen Ensembles, was für ein Wochenende, danke für die tolle Möglichkeit, gestern Abend bei und vor euch auf einer großen Bühne spielen zu dürfen, unsere Herzen sind voll, viele Grüße, dein Münster ❤️

Das Eintopftheater in Berlin und in Kevelaer

Große Überraschung am Alexanderplatz in Berlin: Wir steigen aus der U-Bahn aus und laufen unserem eigenen Aufkleber in die Arme. Wie er dort hingeraten ist – Hand aufs Herz – wir wissen es nicht! Zumal wir am kommenden Wochenende nicht in der Hauptstadt, sondern im niederrheinischen Kevelaer beim Huckepack-Festival auf der Bühne stehen.

Wie uns von Seiten der Festival-Leitung zugetragen wurde, ist der Saal des Konzert- und Bühnenhauses mit 250 Zuschauer:innen bereits gut gefüllt, aber ein paar Karten gibt es noch. Wer dabei sein möchte, aber noch nicht weiß, wie er hinkommen soll: Schreibt uns! Denn ein paar Eintopf-Anhänger haben sich bereits zusammengefunden und gemeinsam ein Auto gechartert – vielleicht kann man sich hier noch dranhängen? Oder zumindest im Konvoi fahren.

Infos zum Festival und den neben uns auftretenden Ensembles findet ihr in den Niederrheiner Nachrichten. Und falls am Kapellenplatz in der Innenstadt von Kevelaer ebenfalls bereits einer unserer Sticker geklebt wurde – ihr erfahrt es als erste hier auf unserer Homepage ; )